Aserbaidschanische Bühnentradition

Länger noch als die Tradition des Theaterspiels lebt in Aserbaidschan die Tradition des Puppentheaters. Tatsächlich wird das ehemalige Persien als Ursprungsregion des Handpuppentheaters angenommen. Archäologische Funde bestätigen, dass bewegte Figuren schon im Altertum zu religiösen und rituellen Feiern benutzt wurden. Das Marionettentheater ist ein Genre für jung und alt und bietet ein weites Themenspektrum.

Die Tradition realer Theaterstücke geht bis auf das Mittelalter zurück, als sich das Schebih, ein religiöses Theater entwickelte. Zur Aufführung kamen vor allem Geschichten aus der Tragödie des Imam Huseyn, des Enkels des Propheten Mohammed.

Der Grundstein für das professionelle Theater Aserbaidschans sowie der gesamten islamischen Welt wurde 1873 gelegt, als in der Versammlungshalle der Bakuer Theatergesellschaft ein Stück von Mirsa Fatali Achundov zur Aufführung kam. In der Folgezeit wurden Theaterstücke vor allem in den Villen der Ölmagnaten aufgeführt. Erst 1919 wurde das Aserbaidschanische Regierungstheater gegründet, welches heute Akademisches Nationaltheater heißt.

Theaterregisseure und Autoren wie Abdurrahim Hadschiverdiyev, Aynali Sultanov, Hussein Arablinski, Alexander Toganov, Sultan Dadaschov und Tofig Kazimov spielten eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der aserbaidschanischen Theaterkunst. Derzeit existieren in Aserbaidschan 27 Staatstheater, die Opern, Musicals, Komödien, Puppentheater und Pantomime präsentieren.





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