Aserbaidschanische Volksmärchen
Märchen haben in Aserbaidschan eine lange Tradition. Die ersten Volksmärchen entstanden im 6.-7. Jahrhundert v. Chr. Aserbaidschan ist durch seine Lage am Schnittpunkt zwischen Ost und West seit Jahrhunderten durch die Verschmelzung verschiedener Kulturen geprägt. Besonders in der Tradition der Volksmärchen zeigen sich die Einflüsse der verschiedenen Kulturen. Der Orient hat ebenso wie die griechisch-hellenische und die arabische Kultur seine Spuren in den Märchen hinterlassen.
Die Märchen wurden in Aserbaidschan über Jahrhunderte mündlich weitergegeben und wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts schriftlich festgehalten. Wie in der europäischen Märchenkultur haben auch aserbaidschanische Märchen einen belehrenden Charakter. Tiermärchen sind dabei ebenso anzutreffen wie Märchen, mit mythischem Charakter und phantastischen Elementen.
Dabei wird immer wieder der Alltag des aserbaidschanischen Volkes geschildert. In sogenannten Sozialmärchen spielt oftmals der Kampf von Arm gegen Reich eine bedeutende Rolle. Einfache Hirten, Schneider oder Kinder besiegen darin vor allem durch ihre Intelligenz die Reichen und Herrschenden. Die moralische Lehre aus aserbaidschanischen Volksmärchen zielt dabei immer wieder auf Werte wie Ehrlichkeit, Tapferkeit und Klugheit.
Die erste umfassende deutschsprachige Sammlung wurde 2007 unter dem Titel „Volksmärchen aus Aserbaidschan“ im Köster Verlag herausgegeben. In einer Übersetzung von Liliane Grimm liegen in dieser Sammlung 17 Volksmärchen und eine Fabel vor.







