
Aserbaidschanische Filmkunst im Wandel der Zeit
Als die Brüder Lumière 1895 in Paris den ersten Film vor Publikum präsentierten, begann der Siegeszug des bewegten Bildes rund um den Erdball. Aserbaidschan gehörte in der Folge zu den ersten Ländern, die mit der Kinokunst in Berührung kamen und ihrer Faszination erlagen. Zur Jahrhundertwende zog Aserbaidschan Menschen aus aller Welt an, die hier in der boomenden Ölindustrie ihr Glück witterten. Diesem Sog konnten sich auch viele Europäer nicht entziehen.
Michon, einst Kameramann der Brüder Lumière, gründete einen wissenschaftlichen Fotozirkel, der in den nächsten Jahren mit Filmen wie „Kaukasischer Tanz“, „Brand in der Ölquelle in Bibihaybat“ und „Ölspringbrunnen in Balachani“ das Alltags- und Arbeitsleben in Baku dokumentierte. Die ersten Aserbaidschan-basierten Filme waren Dokumentarfilme, ein Genre, dass dort auch heute noch von großer Bedeutung ist.
In den 1920er Jahren kamen die Gebrüder Pirone aus Belgien und gründeten mit „Filma“ das erste Unternehmen für Filmproduktion in Aserbaidschan. Mit der Gründung der Kinofabrik Baku begann eine Ära reger Filmproduktion. Veröffentlicht wurden Filme zu historischen Ereignissen, der Emanzipation der Frau und den Veränderungen des Landes. Auch der erste Zeichentrickfilm „An der Küste des blauen Meeres“ entstand in dieser Zeit.
Zwischen 1940 und 1950 kamen junge Spezialisten von der Moskauer Filmhochschule nach Aserbaidschan und brachten neue Erkenntnisse und Techniken mit. „Ulduz“, „Nasimi“, und „Letzte Nacht der Kindheit“ waren unter anderem die ersten aserbaidschanischen Filme, die in den 70er Jahren für eine Breitbildleinwand entstanden. Verfilmt wurden nunmehr nicht allein nationale Sujets, sondern vor allem auch „sowjetische Themen“ wie der Zweite Weltkrieg und die Leistungen des Sozialismus.
Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion verändert sich die Kinolandschaft stetig. Neben Komödien, in denen sich Aserbaidschan selbst satirisch betrachtet, haben auch aserbaidschanische Themen wieder auf der Leinwand Platz und Erfolg.
Per Erlass vom 18. Dezember 2000 wurde der 2. August vom damaligen Staatspräsident Haydar Aliyev zum Nationalen Tag des Kinos erklärt – und manifestiert die große Bedeutung dieser Kunstform für das Land und seine Menschen.







