
Miniaturen und Kupferschmiedekunst
Die bildenden Künste Aserbaidschans sind ohne die Miniaturmalerei undenkbar. Die lange Tradition der Illustration von Büchern und Keramiken geht zurück bis in das 13. Jahrhundert und erlebte unter chinesischem Einfluss seine Blüte zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. Die reiche Stilistik der aserbaidschanischen Miniaturmalerei prägen vor allem harmonisch leuchtende Farben. Die Darstellungen von Personen, Kleidung, Waffen, Alltagsszenen sind oft bis ins Detail von dokumentarischer Genauigkeit.
Selbst die Werke zeitgenössischer Künstler zeigen in Stilistik und Farbgebung Rückgriffe auf die antike Miniaturmalerei. Dabei gab es im Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert immer mehr Künstler, die sich von den traditionell östlichen Techniken ab- und einem realistischen Stil zuwandten.
Die Einflüsse der europäischen Malereischulen fanden mit dem 19. Jahrhundert nur langsam Anwendung in den schönen Künsten Aserbaidschans. Stärker beeinflusste der „Sozialistische Realismus“ der ehemaligen Sowjetunion zwischen den Weltkriegen und danach die Künstler Aserbaidschans. So fanden Themen wie Industrieproduktion oder der Alltag der Arbeiter und Bauern Widerhall in der Malerei. Heute zeichnet die aserbaidschanische Kunst eine Stilistik der harmonischen Vermischung europäischer und traditionell östlicher Techniken aus.
Große Tradition hat nach wie vor das Kunsthandwerk – eines der ältesten Handwerke des Landes. Berühmt und begehrt sind die aserbaidschanischen Kupferschmiedewaren, die mit kunstvollen Formen und aufwendigen Gravuren begeistern. Grundlage der Ornamente sind komplizierte Kompositionen gerader und gebrochener Linien, einer Vielzahl von Punkten, Dreiecken und Rhomben. Aber auch pflanzliche Motive, die Darstellung von Tieren, zu späteren Zeiten auch der Sonne und des Menschen dominieren die Ornamentik der Kupferschmiedearbeiten. Oft ergänzen verschlungene arabische Schriftzeichen die Ornamente.







